Vogels Küche
Gemüse,  Rezepte

Der Klassiker: Basilikum-Pesto

Zunächst muss ich wohl für die sträfliche Vernachlässigung des Blogs in letzter Zeit um Nachsicht bitten. Schon länger gab es keine neuen Rezepte und Beiträge. Einen wirklichen Grund dafür gab’s nicht – aber irgendwie fehlte eine zeitlang die Lust zum Fotografieren und Posten.

Zuletzt kann ich’s ja auf die Hitze und den Urlaub schieben … Aber da natürlich trotzdem gekocht wurde, gibt’s bald wieder Neues aus Vogels Küche. Einstweilen aber nur einen kleinen Beitrag zum Wiederaufwärmen – okay, das passt jetzt angesichts der Temperaturen und weil diese Köstlichkeit gerade nicht aufgewärmt wird, gar nicht. Also: zum sanften Wiedereinstieg.

Anlass war der nach dem Urlaub ins Unermessliche gewachsene Basilikumbusch auf dem Balkon. Unglaublich – Blätter in der Größe von Salatblättern, Stängel ungelogen einen halben Zentimeter stark. Der Kräuter-Dünger von Dehner ist wahrlich zu empfehlen! Was also damit tun? Weder zum Trocknen, noch zum Einfrieren eignet sich Basilikum sonderlich gut. So bleibt nur ein Pesto, um größere Mengen kurzfristig zu verarbeiten. Wobei … ein Rezept für ein klassisches Basilikum Pesto (Pesto Genovese) braucht man wohl ja kaum noch zu posten. Tausende Varianten sind im Netz zu finden und unsäglich lang die Diskussionen darüber, was nun hinein gehört und wie man das Pesto traditionell zubereitet. Ich versuch’s trotzdem…

Das Rezept

Zunächst gehören für mich in ein Pesto Genovese nur Basilikum, Olivenöl, eine Prise Salz und Pinienkerne. Sowie natürlich Käse – aber da gehen die Meinungen schon auseinander. Parmesan, Grana Padano, Pecorino … oder eine Mischung daraus? Das mag jeder nach Geschmack entscheiden. Ich bleibe mal bei Parmesan. Auf Knoblauch verzichte ich bewusst in diesem Rezept. Das Pesto schmeckt auch so und roh verarbeiteter Knoblauch ist ja nicht jedermanns Sache. Bei den Pinienkernen mache ich aber keine Kompromisse – Mandeln sind im Klassiker kein adäquater Ersatz. Bleibt nur die Frage der Zubereitung. Die Italiener und Puristen bestehen vermutlich auch dem großen Mörser und intensiver Handarbeit. Akzeptiert, ich auch. Aber bei Außentemperaturen von über 30 Grad und Innentemperaturen knapp darunter ist die kräftesparende Schnellvariante erlaubt und funktioniert erstaunlich gut. Hier also mein schnelles Pesto mit dem Stabmixer. Zubereitungszeit: 5 Minuten.

Zutaten (ergibt ein kleines Glas, ausreichend für eine Familienmahlzeit)

  • 25 bis 30 große Basilikumblätter
  • 40 bis 50 g Pinienkerne
  • 50 g frisch geriebener Parmesan
  • 100 ml mildes Olivenöl
  • 1 Prise Salz

Zubereitung

1. Alle Zutaten bis auf den Käse in ein schlankes Püriergefäß geben. Mit dem Stabmixer grob zerkleinern. Nun den Parmesan zugeben und das Pesto bis zur gewünschten Konsistenz weiter verarbeiten. Ich mag es nicht zu glatt püriert, eher noch etwas stückig, so wie bei der Zubereitung per Hand im Mörser. Falls nötig, kann noch etwas Olivenöl zugegeben werden.

2. Pesto in ein Weck- oder Schraubglas füllen, mit ein wenig Olivenöl bedecken und abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren bis zur Verwendung. Hält sich so im Kühlschrank einige Tage. Erst direkt bei Tisch mit den weiteren Zutaten (im Regelfall frische Pasta) vermischen –  das Erhitzen lässt die schöne grüne Farbe schnell verschwinden.

One Comment

  • Vito Snaporaz

    Voraus ein Kompliment für den gut gemachten und informativen Blogg.
    (die Suche nach Kupferkochtöpfen hat mich hierher geführt)
    Beim stöbern bin ich auf das Pesto-Rezept gestossen und als selbst ernannter Purist und mehrheitlich in Italien/Genova lebend muss ich meinen Senf dazugeben:
    Bez. Mörser meint mein alter Freund Franco „immer behaupten er sei im Mörser gemacht und Stabmixer verwenden“. Er macht für mich den besten Pesto Genovese und hat somit wohl recht.
    Das „Problem“ dürfte zuerst das „richtige“ Basilikum darstellen. Laut Franco geht es nur mit Basilikum aus Bra (Stadtteil von Genova), welches auf den meerseitigen Hängen kultiviert wird und ständig der salzhaltigen Meerluft ausgesetzt ist.
    Als Folge davon ist es markant weniger mit Pfefferminzgeschmack „belastet“.
    Als Käse geht „nur“ alter Pecorino, vorzugsweise aus Sardinien.
    Und die Pinoli? Sie ahnen es, natürlich müssen sie aus Liguria stammen.

    Ich hoffe, Sie lassen sich von derartigen Klugscheissereien nicht davon abhalten, weiter Ihren guten Blogg zu betreiben.
    (sollten Sie einmal ein Stockfischrezept veröffentlichen, muss ich Ihnen einen ganzen Roman schreiben….Franco kennt nämlich das EINZIG richtige und vertretbare!)

    Liebe Grüsse

    Vito

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